LICHTPROMENADE LIPPSTADT
"LICHT - WASSER LEBEN": Ausgehend vom Leitbild der Stadt Lippstadt macht die
“Lichtpromenade Lippstadt" die Verbindung von Licht und Wasser zu ihrem künstlerischen Thema. Im Rahmen des Lichtkunstprojekts "Hellweg ein Lichtweg", das seit 2002 einen Schwerpunkt in der gemeinsamen Kulturarbeit der Städte und Gemeinden der Hellwegregion bildet, hat der gebürtige Lippstädter Dirk Raulf die Lichtpromenade konzipiert. Er kuratiert und koordiniert die einzelnen künstlerischen Beiträge des Projekts.
Die Lichtpromenade markiert eine Reihe neuer, künstlerischer Anziehungspunkte im Lippstädter Stadtbild. Indem die Installationen sich auf unterschiedliche Weise mit dem architektonischen, historischen, natürlichen und sozialen Umfeld Lippstadts auseinandersetzen, schafft das Projekt eine neue und einzigartige Verbindung von urbaner Struktur, durch den Fluss geprägter Kulturlandschaft und licht-künstlerischer Reflexion. Stadt, Natur und Kunst werden durch eine Vielfalt von Bezügen und Assoziationen verknüpft: Leben - Wasser - Lichtkunst.
Neu:
Stefan Sous 
“MILKY WAY" (2005/06)
Standort: Insel am Lippebug
Mitten im Flusslauf liegt eine Insel mit einem einzigen Baum. Neben dem Baum ist ein Steg angebracht, wie um zu angeln, zu baden oder ein Boot anzulegen. Der Steg besteht jedoch nicht wie üblich etwa aus Holz, sondern aus hell leuchtenden Röhren. Aus einer im Dunkel verschwindenden Insel wird ein Sehnsuchtsort. Räumlich bleibt der Betrachter auf Distanz, gedanklich folgt er dem Licht, betritt die Insel im Traum, Insel der Verlorenen, Sterneninsel, Insel der Phantasie.
„MILKY WAY ist die 3. aus der Serie meiner Start-Landebahnen, Abschussrampen für himmlische Raumgefährte... Wie eine Türe ins All erweitern sie den uns zur Verfügung stehenden Raum um den Faktor Kosmos, wird die Insel entrückt um den Faktor TRAUM.“ (Stefan Sous)
Claudia Wissmann
“GLITZERBAUM" (2006)
Standort: Lippebug / Lippe-Residenz
Eine über die Wasserfläche ragende Kastanie trägt hunderte von Spiegelketten wie ein zweites Laub. Die permanente Bewegung der Spiegel lässt den Baum flimmern. Die Spiegel reflektieren die Umgebung, vervielfachen das Tages- und das künstliche Licht, der Baum schimmert und strahlt, wird seinerseits vom Wasser reflektiert. Der Baum ändert mit den Tages- und Jahreszeiten seine „Stimmungen“, nimmt intensiv am täglichen Leben teil und transzendiert es gleichzeitig. Die Umgebung selbst wird zum permanenten, aktiven Teil des Kunstwerks; eine künstlerische Lösung, die in ihrer verblüffenden Einfachheit gleichzeitig Komplexität und Tiefe birgt.
Bereits realisierte Projekte:
Christoph Hildebrand
“ARCHE" (2003)
Standort: Mattenklodtsteg
Am Beginn der Lichtpromenade bildet ein Floß aus rohen Baumstämmen die Plattform für ein Gewächshaus, das mit blauen Neonzeichen bestückt ist. Christoph Hildebrand hat sich für seine "Arche" von Gegenwart und Geschichte Lippstadts inspirieren lassen. Die von ihm entwickelten Zeichen reflektieren - im wahrsten Sinne des Wortes - Industrie, Handwerk und Landwirtschaft, Natur und Kultur, Tradition und Moderne und konfrontieren ortsspezifische Symbole mit globalen Zeichen.. Das Aufblühen und Vergehen der Zeichen schafft einen neuen Ort künstlicher Natur inmitten der alten Lippstädter Parkanlagen.
Gereon Lepper
“NACHTFLUG" (2003)
Standort: Friedrichschleuse
Die Arbeit von Gereon Lepper bildet ein Balance-System, das auf Wind- und Gravitationsenergie reagiert. Stahl, Aluminium, Kontergewichte - auf den ersten Blick mutet die Skulptur technisch und funktional an. Bei Wind erwacht sie jedoch zum Leben und vermittelt im Schwingen der Flügel eine unerwartete Leichtigkeit und Poesie. "Nachtflug" verbindet kinetische Skulptur und Lichtkunst. Durch Bodenstrahler intensiv angestrahlt, werden die an der Unterseite weiß beschichteten Schwingen bei Dunkelheit zu reflektierenden Leuchtkörpern. Lichteffekt, Wasserspiegelung, Erdanziehung und Windkraft: die natürlichen Elemente gehen eine Symbiose mit dem industriellen Material ein.
Claudia Schmacke
“UNDINE" (2004/05)
Standort: Wilhelmschule/Steinwehr
An einem wenig bewegten Flussabschnitt wird im Wasser der Lippe in Intervallen ein grüner Strudel sichtbar. Ohne erkennbare äußere Ursache bildet er sich auf der Wasserfläche, während das Wasser sich gleichzeitig langsam leuchtend grün färbt. Der Strudel gewinnt an Kraft, und parallel nimmt die Lichtintensität zu. Danach beruhigt sich der Strudel langsam wieder, parallel erlischt auch das grüne Leuchten. Nach kurzer Pause und Stille - alles ist unscheinbar und nichts deutet auf ein Ereignis - wiederholt sich die leuchtende bewegte Erscheinung, jetzt allerdings als geräuschvoll sprudelnder Geysir.
Dirk Raulf
Künstlerischer Leiter
Zum Hansetag wird die Lichtpromenade Lippstadt fertiggestellt. 