Hansetag 2007 in Lippstadt
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Die Hanse
 

Die Hanse - DAMALS

Die Hanse war eine Organisation von niederdeutschen Fernkaufleuten, der rund 70 große und 100 bis 130 kleinere Städte angehörten. Diese Städte lagen in einem Gebiet das heute sieben europäische Staaten umfasst: von der niederländischen Zuidersee im Westen bis zum baltischen Estland im Osten und vom schwedischen Visby im Norden bis zur Linie Köln-Erfurt-Breslau-Krakau im Süden. Aus diesem Raum heraus erschlossen sich die hansischen Fernkaufleute einen wirtschaftlichen Einflussbereich, der im 16. Jahrhundert von Portugal bis Russland und von den skandinavischen Ländern bis nach Italien reichte, ein Gebiet, das heute 20 europäische Staaten einschließt. In ihrer Blütezeit war die Hanse so mächtig, dass sie zur Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen Interessen Wirtschaftsblockaden gegen Königreiche und Fürstentümer verhängte und im Ausnahmefall sogar Kriege führte.

Vom 13. bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts beherrschte die Hanse weitgehend den Fernhandel des nördlichen Europa, konnte aber nie eine Monopolstellung erringen. Die hansischen Kaufleute versorgten West- und Mitteleuropa mit den Luxuswaren, Nahrungsmitteln und Rohstoffen des nördlichen und östlichen Europa. Hierzu gehörten z.B. Pelze, Wachs, Getreide, Fisch ebenso Flachs, Hanf, Holz und Holzbauprodukte wie Pech, Teer und Pottasche. Im Gegenzug brachten die Hansekaufleute in diese Länder die gewerblichen Fertigprodukte des Westens und Südens wie Tuche, Metallwaren, hier insbesondere Waffen, und Gewürze.

Die Fernkaufleute verfolgten handelswirtschaftliche Ziele. Seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts versuchten die Hansestädte jedoch, eine festere Bündnisorganisation zur gegenseitigen Unterstützung gegen adlige Herrschaftsansprüche zu schaffen. Mit diesem festeren Zusammenschluss wollten sie auch Problemen begegnen, die durch die wachsende Konkurrenz englischer, italienischer und süddeutscher Kaufleute und holländischer Frachtfahrer und durch die staatliche Erstarkung in den Zielländern des Handels entstanden. Der Druck von außen war somit der Grund dafür, dass sich die stede van der dudeschen hense enger zusammenschlossen.

Die Entwicklung ließ sich jedoch nicht aufhalten und führte dazu, dass der Einfluß der Hanse zurückging, wenn auch der Handel im 16. und frühen 17. Jahrhundert noch enorme Zuwächse aufwies. Die aufkommenden nationalen und territorialen Wirtschaften ließen einer überregionalen Handelsgemeinschaft wie der der Hansekaufleute und Hansestädte keinen Raum mehr. Im Jahre 1669 fand in Lübeck der letzte Hansetag der historischen Hanse statt.


Die Hanse der Neuzeit

DIE HANSE (Link: http://www.hanse.org/) ist ein aktives Netzwerk zwischen Städten, die in der Geschichte zum Bund der Kaufmannsstädte, also der historischen Hanse, gehörten bzw. mit diesen Städten im regen Handelsaustausch standen. Gegründet wurde dieser Städtebund im Jahre 1980 in der niederländischen Stadt Zwolle und ist seither die weltweit größte freiwillige Städtegemeinschaft. Zur Zeit sind 163 Städte in 15 verschiedenen Ländern Mitglied im Städtebund Die Hanse. 

DIE HANSE hat sich die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage des grenzüberschreitenden Hansegedankens und den geschichtlichen Erfahrungen, die Gedanken und den Geist der europäischen Stadt/Gemeinde wiederzubeleben, das Eigenbewusstsein der Hansestädte zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen diesen Städten/Gemeinden zu entwickeln. Ziel des Städtebundes DIE HANSE ist es, einen Beitrag zur wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und staatlichen Einigung Europas zu leisten und in diesem Sinne das Selbstbewusstsein der Städte und Gemeinden zu stärken, damit sie ihre Aufgaben als Ort der lebendigen Demokratie wahrnehmen können. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat sich der Städtebund im Jahre 2000 erstmals in der Geschichte der Hanse eine Satzung gegeben, die Eckpunkte für Aktivitäten aufgibt.

Zur Gestaltung und Verwirklichung der Zielvorstellungen und Aufgaben sollen insbesondere folgende Aktivitäten dienen:

  • Aktionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, welche die Gemeinsamkeiten der Hansestädte herausstellen
  • Kultur- und Traditionsaustausch
  • Wissens-, Sozial- und Informationstransfers
  • Stärkung der Wirtschafts- und Handelskontakte
  • Einbeziehung der Jugend (Youth Hansa) in die Entwicklung der Hanse


Der Westfälische Hansebund:

Stärke durch Gemeinsamkeit

Hamburg, Bremen und Lübeck sind drei große Hansestädte, die auch heute jeder als solche kennt. Dabei waren es vorwiegend Kaufleute aus Westfalen, die auf ihren Handelszügen zur Ostsee die Stadt Lübeck besiedelten und von dort über Riga und Nowgorod den russischen Handelsraum erschlossen.

Ende des 20. Jahrhunderts haben ehemalige Hansestädte aus Hessen, Niedersachsen und Westfalen den alten Bund neu aufleben lassen.

Die Gründungsurkunde des Westfälischen Hansebundes wurde 1983 unterzeichnet und die alte Reichs- und Hansestadt Herford zum Hansekontor bestimmt. 2005 zählt dieser Bund 43 Mitglieder, weitere werden sich anschließen.

Die Mitgliedstädte dieser alten und neuen Hanse wollen beweisen, dass der alte hansische Gedanke wieder dazu beiträgt, die Attraktivität einer Stadt zu steigern und eine Anziehungskraft auszuüben, wie man es von einer Hansestadt erwartet.

Nähere Informationen unter: http://www.hansebund.org/

 

 
 
Stadt Lippstadt